Was Kunden wollen – mehr als ein Design

Neben einem guten Ergebnis gibt es noch etwas viel Wichtigeres. Deine Arbeit kann noch so gut sein, wenn eine Sache fehlt, wird Dein Leben als Designer nicht einfach sein: Vertrauen.
Wenn Dein Kunde Dir nicht vertraut, wird jedes Quentchen Deiner Tätigkeit hinterfragt. Das beginnt bei Designentscheidungen und endet bei Deiner Leistungsvergütung.

Hinter dem Misstrauen stecken immer Ängste. Und diese Ängste äußern sich in Unsicherheit. Der Kunde kennt sich in dem Thema nicht aus oder hat schlechte Erfahrungen gemacht. Nun wendet er sich an Dich, an einen Experten.
Er wendet sich an Dich, damit Du ihm das Gefühl von Sicherheit gibst. Deine erste Aufgabe ist es, sein möglichen Zweifel an Dir und/oder Deiner Kompetenz zu zerstreuen und ihn dazu zu bringen Dir zu (ver)trauen.

Um zu illustrieren, wie es sich mit Vertrauen verhält, möchte ich das Bild des Bankkontos bemühen. Wir benennen es um in Vertrauenskonto.
Jede unserer Aktionen hat Einfluss auf dieses Konto. Vertrauensbildende Maßnahmen zahlen ein, andere Dinge vermindern den Betrag.
So lange das Konto im Plus ist, kannst Du gut mit deinem Kunden zusammenarbeiten. Aber wehe, es gerät in die roten Zahlen (siehe Godmode).

Vertrauensbildende Maßnahmen – wie zahle ich ein auf das Vertrauenskonto?

Was Kunden wollen – Teil 2 Die Wahrheit

In einer perfekten Welt haben wir eine Win-Win Situation. Du hattest Spass bei der Arbeit, die Kommunikation mit dem Kunden war reibungslos, das Ergebnis findet seinen Platz in irgendeinem ADGCAD-Buch, der Kunde ist durch Deine Hilfe erfolgreich und Du wirst weiterempfohlen, kannst bis an Dein Lebensende Dein Ding durchziehen und wirst königlich dafür bezahlt. In einer perfekten Welt… Ich möchte aber auch nicht verhehlen, das es tatsächlich Designer gibt, die das geschafft haben.

Aber zurück zum richtigen Leben: Ich wiederhole noch einmal: Deine Mission ist es den Kunden glücklich zu machen. Deine Submission: nicht pleite zu gehen oder gar frustriert das Handtuch zu werfen. Diese beiden Ziele lassen sich unter einen Hut bringen – mit ein paar Kniffen und einer kleinen Einstellungsjustierung.

Ein Agenturchef hat einmal zu mir gesagt: „Wenn der Kunde unbedingt ein rosa Schlafzimmer haben möchte, bekommt er ein rosa Schlafzimmer. Aber ich richte ihm das geilste rosa Schlafzimmer ein, was man für Geld bekommen kann.” Damals war ich recht empört über diese Aussage. Wie kann man sich nur so verbiegen und verkaufen?!

Mittlerweile habe ich verstanden: als Designer ist man ein Dienstleister – kein Künstler. Wir schaffen vielleicht Kunst, aber immer für einen Aufttraggeber und mit einem Zweck. Mein ehemaliger Kollege hat immer gesagt: wenn Du Kunst machen willst, kannst Du auf den Dachboden gehen.
Früher hiess der Grafikdesigner (oder Kommunikationsdesigner) auch Gebrauchsgrafiker – was meiner Meinung nach besser unseren Berufsstand umschrieben hat. Wir erschaffen unsere Werke nicht zum Selbstzweck, sondern für eine Aufgabe. Wenn wir bei diesem Schaffungsprozess überdies noch Spass haben, haben wir den richtigen Job gewählt.

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