Was Kunden wollen – Teil 2 Die Wahrheit

In einer perfekten Welt haben wir eine Win-Win Situation. Du hattest Spass bei der Arbeit, die Kommunikation mit dem Kunden war reibungslos, das Ergebnis findet seinen Platz in irgendeinem ADGCAD-Buch, der Kunde ist durch Deine Hilfe erfolgreich und Du wirst weiterempfohlen, kannst bis an Dein Lebensende Dein Ding durchziehen und wirst königlich dafür bezahlt. In einer perfekten Welt… Ich möchte aber auch nicht verhehlen, das es tatsächlich Designer gibt, die das geschafft haben.

Aber zurück zum richtigen Leben: Ich wiederhole noch einmal: Deine Mission ist es den Kunden glücklich zu machen. Deine Submission: nicht pleite zu gehen oder gar frustriert das Handtuch zu werfen. Diese beiden Ziele lassen sich unter einen Hut bringen – mit ein paar Kniffen und einer kleinen Einstellungsjustierung.

Ein Agenturchef hat einmal zu mir gesagt: „Wenn der Kunde unbedingt ein rosa Schlafzimmer haben möchte, bekommt er ein rosa Schlafzimmer. Aber ich richte ihm das geilste rosa Schlafzimmer ein, was man für Geld bekommen kann.” Damals war ich recht empört über diese Aussage. Wie kann man sich nur so verbiegen und verkaufen?!

Mittlerweile habe ich verstanden: als Designer ist man ein Dienstleister – kein Künstler. Wir schaffen vielleicht Kunst, aber immer für einen Aufttraggeber und mit einem Zweck. Mein ehemaliger Kollege hat immer gesagt: wenn Du Kunst machen willst, kannst Du auf den Dachboden gehen.
Früher hiess der Grafikdesigner (oder Kommunikationsdesigner) auch Gebrauchsgrafiker – was meiner Meinung nach besser unseren Berufsstand umschrieben hat. Wir erschaffen unsere Werke nicht zum Selbstzweck, sondern für eine Aufgabe. Wenn wir bei diesem Schaffungsprozess überdies noch Spass haben, haben wir den richtigen Job gewählt.

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